Ostern, Atmung & Antioxidantien – warum bewusstes Atmen mehr kann, als wir denken

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Ostern, Atmung & Antioxidantien – warum bewusstes Atmen mehr kann, als wir denken

Wer von Ihnen atmet eigentlich jeden Tag bewusst?

Spontan denken Sie vielleicht: Was für eine Frage – natürlich atme ich jeden Tag. Schließlich ist Atmung lebensnotwendig.
Das stimmt. Aber achten Sie bewusst auf Ihren Atem – oder läuft er einfach nebenbei?

Die meisten Menschen schenken ihrer Atmung kaum Aufmerksamkeit. Sie funktioniert einfach. Dabei steckt in ihr ein enormes Potenzial für unsere Gesundheit – weit über das reine Überleben hinaus.

Aber mal Hand aufs Herz:
Wann haben Sie zuletzt bewusst eine Atemübung gemacht?
Und wie hat sich das angefühlt?

Viele Menschen berichten – sei es aus dem Yoga oder aus Stressmanagement-Seminaren – von einer unmittelbaren Wirkung: Der Körper entspannt sich, die Muskeln lassen los, der Herzschlag wird ruhiger. Oft stellt sich schon nach kurzer Zeit ein Gefühl von Gelassenheit ein.

Diese Effekte sind bekannt. Was viele jedoch nicht wissen: Der Einfluss gezielter Atmung geht noch deutlich tiefer.

Erst vor Kurzem hat mich eine Metastudie aus dem Jahr 2023 besonders beeindruckt. Sie bündelte zehn Studien aus Ländern wie Indien, China, den USA, Korea und Thailand – mit insgesamt über 500 Teilnehmenden. Über Zeiträume von 20 Tagen bis zu drei Monaten wurden verschiedene Atemtechniken praktiziert: langsame, ruhige Atemübungen ebenso wie intensivere Methoden bis hin zur leichten Hyperventilation.

Das Ergebnis war überraschend:

Gezielte Atemübungen fördern die Produktion körpereigener Antioxidantien wie Glutathion und Superoxid-Dismutase. Gleichzeitig sank bei allen Teilnehmenden der Marker Malondialdehyd (MDA), der mit oxidativem Stress in Verbindung steht.

Bewusstes Atmen unterstützt somit aktiv den Schutz unserer Zellen. Eine ziemlich starke Erkenntnis – und ein guter Grund, dem eigenen Atem mehr Aufmerksamkeit zu schenken, finde ich.

Doch welche Atemtechnik ist „die beste“?

Die Antwort ist überraschend einfach:
Es gibt nicht die eine richtige Methode. Entscheidend ist vielmehr, welche Technik gerade zur eigenen Situation passt.

Eine besonders beliebte Übung zur schnellen Beruhigung ist die sogenannte „taktische Atmung“ – auch bekannt aus dem Training von Spezialeinheiten wie den Navy Seals oder aus dem Polizeialltag.

Sie folgt einem klaren Rhythmus:

  • 4 Sekunden einatmen
  • 4 Sekunden Atem halten
  • 4 Sekunden ausatmen
  • 4 Sekunden Atem halten

Einfach, strukturiert und sehr effektiv – vor allem, wenn der Körper unter Stress steht. Herzschlag und körperliche Unruhe können sich schnell regulieren, die Herzratenvariabilität verbessert sich.

Eine weitere Methode, die ich in meinen Seminaren besonders gern vermittle, ist die sogenannte „Chirurgen-Atmung“. Hier liegt der Fokus auf einer verlängerten Ausatmung:
Die Ausatmung dauert mindestens doppelt so lange wie die Einatmung.

Diese Technik zeigt – zusätzlich zu den körperlichen Effekten – noch einen spannenden Vorteil: Sie kann die Konzentrationsfähigkeit steigern und hilft dabei, auch komplexe Aufgaben klarer und fokussierter zu bewältigen. Gerade in anspruchsvollen Situationen ist sie oft leichter anzuwenden, da kein Zählen notwendig ist – der Atemfluss selbst wird zum Anker.

Wie sich zeigt, ist es weniger entscheidend, für welche Methode Sie sich entscheiden: Entscheidend ist, dass Sie bewusst und gezielt die Atmung praktizieren – denn genau das gehört zu den einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Tools für Ihre Gesundheit.

Vielleicht bieten die kommenden Ostertage genau den richtigen Moment, um damit zu beginnen? Sie wissen nun: es ist ein bisschen egal, welche Atemübungen Sie praktizieren, Hauptsache Sie tun das.

Und das wünsche ich Ihnen vom Herzen. Ich wünsche Ihnen ebenfalls erholsame Ostertage, viele ruhige Atemzüge und Momente echter Entspannung.

Bleiben Sie gesund, neugierig – und atmen Sie bewusst.

Ludwika